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Guide
Die Frage sieht einfach aus und ist in Wahrheit dreigeteilt: Was erlaubt das Studio, was ist trainingstechnisch sinnvoll, und was machst du, wenn du schlicht nicht barfuß sein möchtest. Die meisten Antworten im Netz decken nur den ersten Punkt ab und lassen dich bei den anderen beiden stehen. Hier bekommst du alle drei.
Straßenschuhe kommen beim Pilates nirgends auf die Fläche. Alles andere hängt davon ab, wo du trainierst.
| Wo du trainierst | Was an den Fuß gehört |
|---|---|
| Mattenpilates im Studio | barfuß oder rutschfeste Socken |
| Reformer oder andere Geräte | rutschfeste Socken, in vielen Studios vorgeschrieben |
| Zuhause auf der eigenen Matte | barfuß, solange die Matte greift |
| Zuhause auf Parkett, Laminat oder Fliesen | rutschfeste Socken |
| Barre-Kurse | barfuß, rutschfeste Socken oder spezielle Grip-Schuhe |
Der einzige Fall, in dem Schuhe regulär vorkommen, ist Barre. Dazu weiter unten mehr.
Der Grund ist kein Dogma, sondern die Übungen selbst.
Die Füße machen mit. In vielen Pilates-Übungen wird der Fuß angezogen und wieder gestreckt, die Zehen spreizen sich, der Fuß rollt kontrolliert ab. In einem Schuh passiert davon nichts. Die Bewegung findet dann im Schuh statt oder gar nicht.
Deine Trainerin schaut auf deine Füße. Fußstellung, Knieachse und Beckenposition hängen zusammen. Wer die Füße nicht sieht, kann die Kette nicht korrigieren. Genau deshalb wird im Pilates auch selten mit dicken Socken trainiert.
Du brauchst Kontakt zum Untergrund. Ob du gerade gleichmäßig durch beide Füße drückst, spürst du barfuß sofort und durch eine Laufschuhsohle überhaupt nicht. Bei Übungen im Stehen ist das der Unterschied zwischen Balance halten und Balance suchen.
Barfuß ist damit der Normalfall — nicht die einzige Option.
Dieser Punkt fehlt in fast jedem Ratgeber, dabei ist er der wichtigste.
Eine gewöhnliche Baumwoll- oder Sportsocke hat auf einem lackierten Studioboden, auf einer Reformer-Fußleiste oder auf dem Wagen eines Geräts weniger Halt als der nackte Fuß. Nicht ähnlich viel, sondern deutlich weniger. Die Socke gleitet, und zwar genau dann, wenn Widerstand auf dem Fuß liegt.
Am Reformer heißt das konkret: Du drückst dich von der Fußleiste ab, die Federn stehen unter Spannung, und der Fuß rutscht seitlich weg. Das endet selten in einer Verletzung, kostet aber die Kontrolle über die Bewegung — und Kontrolle ist beim Pilates die ganze Übung.
Deshalb verbieten viele Studios normale Socken ausdrücklich. Nicht aus Prinzip, sondern weil sie die schlechteste der drei Optionen sind: weniger Halt als barfuß, weniger Halt als Grip-Socken. Wie sich die Begriffe unterscheiden, haben wir in Stoppersocken und Grip-Socken auseinandergenommen.
Die meisten Texte behandeln Pilates als eine Sache. Für die Fußfrage sind es zwei.
Auf der Matte liegen deine Füße die meiste Zeit in der Luft oder auf der Matte selbst. Eine gute Matte greift, dein Fuß greift, das Thema ist erledigt. Barfuß funktioniert hier problemlos, Grip-Socken auch. Was die Matte selbst dazu beiträgt, steht in unserem Guide zu welcher Matte für Pilates die richtige ist.
Am Reformer sieht es anders aus. Dort stehen deine Füße auf einer schmalen Fußleiste, stecken in Schlaufen oder stehen auf einem beweglichen Wagen. Diese Flächen sind glatt, weil sie leicht zu reinigen sein müssen. Dazu kommt, dass der Wagen sich unter dir bewegt: Dein Fuß braucht Halt auf einer Fläche, die selbst nicht stillsteht. Das ist der eigentliche Grund, warum die Sockenregel bei Reformer-Kursen strenger ist als bei Mattenkursen. Wie so eine Stunde abläuft, beschreiben wir in Reformer-Pilates für Einsteigerinnen.
Zuhause entscheidet dein Boden. Auf einer Matte reicht barfuß. Wer die Übungen direkt auf Parkett, Laminat oder Fliesen macht, rutscht — dann sind Grip-Socken die einfachere Lösung als eine zweite Matte.
Es gibt drei Fälle, und keiner davon ist ein Turnschuh.
Barre. Barre-Kurse laufen häufig im selben Studio wie Pilates, sind aber ein anderes Format mit vielen Übungen im Stehen. Dafür existiert tatsächlich eine eigene Schuhkategorie: weiche Grip-Schuhe mit geteilter Sohle, die sich wie ein Ballettschläppchen anfühlen und auf der Sohle dieselbe Idee verfolgen wie Grip-Socken. Für Pilates brauchst du sie nicht.
Ärztliche Gründe. Wenn du Einlagen trägst oder an den Füßen etwas hast, das dich beim Barfußtraining einschränkt, ist das kein Grund, den Kurs zu meiden — aber auch keine Frage, die ein Blogartikel beantworten sollte. Sprich es vor der Stunde kurz mit deiner Trainerin an. Studios kennen das und finden fast immer eine Lösung.
Nie: Straßenschuhe. Sie bringen Schmutz auf Matten und Polster, die andere Menschen mit dem Gesicht berühren, und sie hinterlassen auf Reformer-Flächen Spuren. Das ist in jedem Studio die eine Regel ohne Ausnahme.
Die ehrlichste Frage zum Thema wird in Ratgebern nie gestellt, in Foren dagegen ständig. Hier sind die vier Gründe, die dort wirklich auftauchen.
Geteilte Geräte. Ein Reformer wird an einem Tag von einem Dutzend Menschen benutzt. Studios reinigen zwischen den Stunden, trotzdem ist die Vorstellung für viele unangenehm. Eine Schicht Stoff zwischen Fuß und Gerät löst das vollständig.
Kalte Füße. Pilates beginnt oft im Liegen, und der Kreislauf braucht ein paar Minuten. Wer generell friert, friert barfuß auf einem Studioboden zuverlässig. Socken sind hier keine Schwäche, sondern Komfort.
Du magst deine Füße gerade nicht zeigen. Abgelaufener Nagellack, Hornhaut, eine Stelle, die du lieber bedeckt hättest. Das ist ein völlig ausreichender Grund, und er ist häufiger als gedacht — er wird nur selten laut gesagt.
Unsicherheit in der ersten Stunde. In einem neuen Kurs ist barfuß eine Kleinigkeit zu viel, wenn ohnehin alles neu ist. Socken nehmen diesen Punkt einfach weg.
In allen vier Fällen ist die Antwort dieselbe: rutschfeste Socken. Sie sind der Kompromiss, der dem Barfußtraining am nächsten kommt — dünn genug, dass Fußbewegung und Bodengefühl erhalten bleiben, und mit einer Sohle, die auf glatten Flächen greift.
Bevor du etwas kaufst, lohnt ein Blick in die Kursbedingungen oder in deine Buchungsbestätigung. Viele Studios schreiben rutschfeste Socken für Gerätekurse vor und stellen es bei Mattenkursen frei. Wer ohne kommt, kauft im Zweifel an der Rezeption ein Paar zu Studiopreisen. Warum diese Regel existiert und wie sie in der Praxis gehandhabt wird, steht in Sockenpflicht im Studio.
Wenn du dich für Socken entscheidest, ist der Unterschied zwischen einem guten und einem mittelmäßigen Paar größer, als es aussieht: Es kommt darauf an, wie weit der Grip über die Sohle reicht, ob er den Außenrand einschließt und ob die Socke am Fuß bleibt, statt sich unter der Ferse zu drehen. Worauf es dabei im Einzelnen ankommt, steht im Grip-Socken-Ratgeber. Unsere eigenen Grip-Socken haben aus genau diesem Grund eine durchgehende Silikonsohle statt einzelner Streifen.
Was ansonsten ins Outfit gehört — und was du dir sparen kannst — steht in Pilates Kleidung.
Meistens ist es erlaubt und fast immer die schlechteste Wahl. Auf Studioböden und Reformer-Flächen haben glatte Socken weniger Halt als der nackte Fuß. Wenn du Socken tragen willst, dann welche mit Grip auf der Sohle. Viele Studios schreiben das für Gerätekurse ohnehin vor.
In aller Regel nicht. Die Fußleiste, die Schlaufen und der Wagen sind für den Fuß oder eine dünne Socke gebaut. Schuhe verringern das Gefühl für die Bewegung und hinterlassen Spuren auf den Flächen. Wenn du aus medizinischen Gründen nicht barfuß oder in Socken trainieren kannst, sprich vorher mit dem Studio.
Nein. Barfuß ist der Normalfall, aber kein Muss. Rutschfeste Socken sind in praktisch jedem Studio akzeptiert und in vielen Gerätekursen sogar die Vorgabe. Du gibst damit nichts auf, was für das Training wichtig wäre.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Wenn du Beschwerden an Füßen, Knien oder Rücken hast, Einlagen trägst oder unsicher bist, ob Pilates für dich geeignet ist, sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt und weise deine Trainerin vor der Stunde darauf hin.
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