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Guide
Die Frage kommt meistens eine Stunde vor dem ersten Kurs, wenn der Schrank offen ist und nichts richtig passend aussieht. Die gute Nachricht: Pilates stellt weniger Ansprüche an die Kleidung als fast jeder andere Sport. Die weniger gute: Ein paar Details fallen erst auf, wenn du schon auf dem Reformer liegst.
Enganliegend, elastisch, ohne harte Teile. Ein figurnahes Oberteil, das beim Zurückrollen nicht über den Kopf rutscht, eine Leggings mit hohem Bund und rutschfeste Socken. Das war es. Keine Schuhe, keine Spezialmarke, kein neues Set.
Weite Kleidung fühlt sich beim Anziehen angenehmer an und stört im Training aus zwei Gründen.
Deine Trainerin muss deine Ausrichtung sehen. Pilates korrigiert in Millimetern: Beckenstellung, Rippenbogen, Schulterposition. Unter einem weiten Hoodie ist davon nichts erkennbar, und du bekommst die Korrektur nicht, für die du bezahlst.
Vieles findet in Rückenlage statt. Sobald die Hüfte höher liegt als der Brustkorb, wandert ein loses Shirt Richtung Gesicht. Das passiert bei der Schulterbrücke, bei Roll-Downs und bei fast allem am Reformer. Ein figurnahes Oberteil bleibt einfach da, wo es hingehört.
Eng heißt dabei nicht knapp. Es geht um die Passform, nicht um die Menge Stoff.
Ein figurnahes Top, T-Shirt oder Langarmshirt aus elastischem Material. Achte auf drei Dinge:
Es sollte lang genug sein, um beim Armeheben nicht aus dem Hosenbund zu rutschen. Cropped-Schnitte sehen gut aus und rutschen in Umkehrpositionen zuverlässig hoch.
Keine harten Applikationen. Reißverschlüsse, Nieten, Druckknöpfe und aufgesetzte Logos drücken, sobald du auf dem Rücken oder auf dem Bauch liegst.
Ein Sport-BH reicht als Unterstützung. Pilates ist erschütterungsarm, du brauchst keinen High-Impact-Halt. Wichtiger ist, dass die Träger nicht schneiden, wenn du die Arme über den Kopf nimmst.
Leggings sind die naheliegende Wahl, und zwar mit hohem Bund. Der Bund hält beim Rollen und in Rückenlage alles an Ort und Stelle. Bei Länge und Material hast du freie Wahl: lang, 7/8 oder kurz macht funktional keinen Unterschied.
Ein Detail, das viele übersehen: Kordeln am Bund. Sie sind auf der Matte harmlos und am Gerät ein echtes Ärgernis. Mehr dazu gleich.
Baumwollmischungen fühlen sich angenehmer an, Funktionsfasern trocknen schneller. Für eine Stunde Pilates ist beides in Ordnung. Wichtig ist nur ein spürbarer Elastan-Anteil, damit die Hose Bewegungen mitmacht, statt sie zu bremsen.
Hier gehen die meisten Kleidungs-Ratgeber am eigentlichen Punkt vorbei: In vielen Studios sind rutschfeste Socken vorgeschrieben. Nicht empfohlen, vorgeschrieben. Wer barfuß oder in normalen Socken kommt, kauft im Zweifel ein Paar an der Rezeption für Studiopreise oder trainiert nicht mit.
Der Grund ist praktisch. Reformer-Fußleisten, lackierte Studioböden und Matten sind glatt, und normale Socken haben darauf keinerlei Haftung. Grip-Socken haben Silikonpunkte oder -flächen auf der Sohle, die genau das lösen. Hygienisch ist es nebenbei auch angenehmer, weil die Geräte von vielen Leuten benutzt werden.
Ob dein Studio das verlangt, steht in den meisten Fällen in den Kursbedingungen oder in der Bestätigungsmail. Wir haben die Regel und ihre Hintergründe in einem eigenen Artikel aufgeschlüsselt: Sockenpflicht im Studio.
Was ein gutes Paar ausmacht — Grip-Verteilung, Passform, offene oder geschlossene Zehen — steht in unserem Grip-Socken-Ratgeber.
Auf der Matte verzeiht Kleidung fast alles. Am Gerät nicht. Drei Punkte, die im Studio regelmäßig zu einem Hinweis führen:
Reißverschlüsse, Nieten und harte Logos. Der Reformer-Wagen und die Polster sind empfindlich. Metallteile auf Hose oder Oberteil hinterlassen Kratzer, und viele Studios sprechen das offen an. Für dich ist es außerdem unangenehm, mit einem Zipper unter dem Steißbein zu liegen.
Lange Kordeln, Bänder und weite Beinabschlüsse. Der Reformer arbeitet mit Federn, Schienen und Seilzügen. Alles, was frei hängt, kann sich darin verfangen. Das ist selten gefährlich, unterbricht aber die Stunde.
Weite Oberteile in Umkehrpositionen. Am Reformer liegt die Hüfte häufiger über dem Brustkorb als auf der Matte. Ein loses Shirt fällt dir dabei zuverlässig ins Gesicht.
Wenn du unsicher bist, ob deine Sachen taugen: einmal im Stehen die Arme hoch, einmal auf dem Rücken die Knie zur Brust. Was dabei verrutscht, verrutscht auch in der Stunde. Wie eine Reformer-Stunde generell abläuft, steht in unserem Guide zu Reformer-Pilates.
Die meisten Ratgeber zu diesem Thema erklären dir, was du zusätzlich kaufen sollst. Deshalb hier die Gegenrichtung.
Schuhe. Pilates wird barfuß oder in Socken trainiert. Es gibt keine Pilates-Schuhe, die du bräuchtest.
Ein komplettes Set in der ersten Woche. Fast jede Frau hat bereits eine Leggings und ein enges Shirt im Schrank. Beides funktioniert. Ob dir Pilates überhaupt liegt, weißt du nach drei Stunden besser als nach drei Bestellungen.
Spezielle Pilates-Kleidung als eigene Kategorie. Was als „Pilates-Kollektion“ verkauft wird, ist in aller Regel Yoga- oder Fitnesskleidung mit anderem Etikett. Wenn du Yoga machst, hast du bereits alles. Der Unterschied zwischen beiden Disziplinen liegt woanders, wie wir in Pilates oder Yoga beschrieben haben.
Handschuhe. Für Mattenpilates und Reformer sind sie überflüssig. Erst bei aerialen Formaten kommen sie überhaupt ins Spiel.
| Teil | Worauf achten | Nötig? |
|---|---|---|
| Oberteil | figurnah, lang genug, keine harten Applikationen | ja |
| Sport-BH | leichter Halt, keine schneidenden Träger | ja |
| Leggings | hoher Bund, elastisch, ohne Kordel | ja |
| Grip-Socken | Silikonsohle, in vielen Studios Pflicht | ja |
| Matte | im Studio meist vorhanden, für zuhause sinnvoll | für zuhause |
| Schuhe | — | nein |
| Handschuhe | nur bei Aerial-Formaten | nein |
Ja, ohne Einschränkung. Die Anforderungen sind praktisch identisch: elastisch, figurnah, ohne harte Teile. Der einzige Unterschied betrifft die Socken, weil Pilates häufiger auf glatten Geräteflächen stattfindet.
Das entscheidet dein Studio. Auf der eigenen Matte zuhause kannst du barfuß trainieren. Im Studio, und besonders am Reformer, sind rutschfeste Socken in vielen Häusern Pflicht.
Sie sollte figurnah sitzen, damit deine Trainerin die Ausrichtung sieht und nichts verrutscht. Hauteng muss sie nicht sein. Ein Shirt, das beim Rückwärtsrollen an seinem Platz bleibt, erfüllt den Zweck.
Grip-Socken sind das einzige Teil des Outfits, das du wahrscheinlich noch nicht besitzt. Unsere findest du unter Pilates Socken Damen. Was du sonst noch für den Anfang brauchst, steht in unserem Einsteiger-Guide: was braucht man für Pilates.
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