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Guide
Die meisten Mattenratgeber erklären dir Materialien und zeigen dir dann fünf Produkte. Dieser hier beantwortet zuerst die Frage, ob du überhaupt eine brauchst, und danach die einzige Entscheidung, die wirklich schwierig ist: wie dick sie sein soll. Denn bei der Dicke schließen sich zwei Dinge aus, die du beide willst.
Bevor du vergleichst, klär diese Frage. Sie spart dir im besten Fall den ganzen Kauf.
Du trainierst nur im Studio? Dann brauchst du keine. Matten gehören in praktisch jedem Studio zur Ausstattung. Manche Kundinnen bringen aus hygienischen Gründen eine eigene mit, nötig ist es nicht.
Du trainierst nur am Reformer? Dann brauchst du erst recht keine. Auf dem Gerät liegst du auf dem gepolsterten Wagen. Eine Matte hat dort keinen Platz und keine Funktion. Dieser Punkt fehlt in jedem Mattenratgeber, den wir gefunden haben — was bei Texten, die Matten verkaufen, wenig überrascht.
Du machst Mattenpilates zu Hause? Dann ja. Ohne Matte rollt deine Wirbelsäule über harten Boden, und das bricht die Übung ab, bevor sie wirkt.
Was sonst noch sinnvoll ist und was nicht, haben wir in was du für den Einstieg wirklich brauchst aufgeschlüsselt.
Hier liegt der Zielkonflikt, um den jeder Ratgeber herumschreibt.
Dick ist gut, wenn du liegst. Viele Pilates-Übungen rollen die Wirbelsäule Wirbel für Wirbel über den Boden ab. Roll-Ups, Rolling Like a Ball, die Schulterbrücke. Auf einer dünnen Matte spürst du dabei jeden einzelnen Wirbel auf hartem Untergrund, und der Körper bremst die Bewegung reflexhaft ab. Auch Knie und Ellbogen danken jeden Millimeter.
Dick ist schlecht, wenn du stehst. Sobald du auf einem Bein balancierst, in den Vierfüßlerstand gehst oder dich seitlich abstützt, gibt eine weiche Matte unter dir nach. Der Untergrund schwankt, und du korrigierst ständig gegen die Matte statt gegen die Übung. Genau das, was die Übung trainieren soll, wird dadurch unsauber.
Eine typische Pilates-Stunde enthält beides. Du musst dich also entscheiden, welchen der beiden Nachteile du in Kauf nimmst.
| Übliche Dicke | Fühlt sich an wie | Passt zu |
|---|---|---|
| ca. 3–5 mm | fester Boden, sehr stabil | viel Stand, Balance, Vierfüßler; wer Yoga mitmacht |
| ca. 6–8 mm | spürbare Polsterung, noch stabil | der gängige Kompromiss für gemischte Stunden |
| ca. 10–15 mm | weich, gelenkschonend | überwiegend Boden- und Rollübungen, empfindliche Knie |
Diese Bereiche sind das, was im Handel üblich ist, keine Norm. Wenn du nur eine Matte kaufen willst und nicht weißt, was du überwiegend machen wirst, ist der mittlere Bereich die Wahl mit dem kleinsten Risiko.
Ein zweiter Weg funktioniert genauso gut: eine dünne, stabile Matte kaufen und für die wenigen Rollübungen ein gefaltetes Handtuch unter die Wirbelsäule legen. Umgekehrt geht es nicht — eine dicke Matte lässt sich nicht härter machen.
Die Begriffe sind keine geschützten Kategorien. Was als „Pilatesmatte" verkauft wird, ist in der Regel einfach dicker als das, was als „Yogamatte" verkauft wird. Der Unterschied ist die Dicke, nicht die Bauart.
Damit ist die Entscheidung einfach:
Was Pilates und Yoga sonst voneinander unterscheidet, steht in Pilates oder Yoga.
Das ist der zweite Punkt, an dem die üblichen Ratgeber ungenau werden. „Rutschfest" beschreibt zwei völlig verschiedene Probleme, und eine Matte löst nur eines davon zuverlässig.
Problem eins: Die Matte rutscht auf dem Boden. Du gehst in den Vierfüßlerstand und die Matte wandert nach vorn. Das ist eine Frage der Unterseite und deines Bodens. Eine Matte mit griffiger Unterseite auf Parkett löst es. Auf Teppich löst es sich meistens von selbst.
Problem zwei: Du rutschst auf der Matte. Hände und Füße verlieren den Halt auf der Oberfläche — besonders, sobald Schweiß dazukommt. Das passiert auf jeder Matte, auch auf teuren, weil keine Oberfläche gleichzeitig angenehm und maximal griffig sein kann.
Für Problem zwei hilft die beste Matte nur begrenzt. Was hilft, ist Grip am Kontaktpunkt selbst:
Wer mit verschwitzten Händen trainiert, löst das Problem an dieser Stelle und nicht durch eine teurere Matte. Unsere Grip-Socken verfolgen dasselbe Prinzip am anderen Ende.
Drei Materialien decken praktisch den gesamten Markt ab, und die Unterschiede sind kleiner, als die Produktbeschreibungen vermuten lassen.
PVC ist günstig, langlebig und pflegeleicht. Es riecht anfangs, das legt sich nach einigen Tagen an der Luft. Ökologisch ist es die schwächste Option.
TPE ist leichter, geruchsärmer und frei von PVC. Es nutzt sich schneller ab als PVC, vor allem an den Stellen, an denen Knie und Ellbogen immer wieder aufkommen.
Naturkautschuk greift am besten und hält am längsten. Er ist schwer, deutlich teurer und riecht zu Beginn kräftig nach Gummi. Bei einer Latexallergie scheidet er aus.
Für den Einstieg ist das Material die unwichtigste der drei Entscheidungen. Dicke und Oberfläche merkst du in jeder Stunde, das Material erst nach Monaten.
Welche Matte passt, hängt auch davon ab, worauf sie liegt. Diesen Punkt behandelt kein einziger der rankenden Ratgeber.
Teppich polstert bereits. Eine dicke Matte obendrauf wird zusammen mit dem Teppich so weich, dass Standübungen unsauber werden. Hier ist eine dünne, feste Matte die bessere Wahl.
Parkett und Laminat sind hart und glatt. Die Matte darf ruhig dicker sein, braucht aber eine griffige Unterseite, sonst wandert sie.
Fliesen sind hart, glatt und kalt. Dickere Matte, griffige Unterseite — und hier lohnen sich Socken am meisten, weil kalte Füße auf Fliesen kein Randthema sind.
Länge. Die Standardlänge vieler Matten liegt bei etwa 180 cm. Wenn du größer als 1,75 m bist, lohnt eine längere Variante — bei Rollübungen liegt sonst der Kopf neben der Matte.
Breite. Die üblichen 60 cm reichen für die meisten Übungen. Breitere Matten sind angenehm, sobald die Arme seitlich abgelegt werden.
Gewicht. Nur relevant, wenn du die Matte regelmäßig transportierst. Naturkautschuk in dicker Ausführung wiegt spürbar mehr als TPE.
Pflege. Nach dem Training mit einem feuchten Tuch abwischen, liegend oder locker gerollt trocknen lassen, nicht in die Waschmaschine und nicht in die pralle Sonne. Hitze und UV machen jede Matte spröde. Welches Zubehör sich sonst noch lohnt, steht im Zubehör-Guide.
Im Handel üblich sind etwa 3 bis 15 mm. Für gemischte Stunden mit Boden- und Standübungen liegt der beste Kompromiss im mittleren Bereich um 6 bis 8 mm. Dünner ist stabiler, dicker ist gelenkschonender — beides gleichzeitig geht nicht.
Ja. Yogamatten sind meist etwas dünner, was bei Standübungen sogar von Vorteil ist. Nur wenn du viele Rollübungen machst, wirst du dir mehr Polsterung wünschen. Ein gefaltetes Handtuch unter der Wirbelsäule überbrückt das gut.
Das ist eine Frage der Unterseite, nicht der Dicke. Auf glatten Böden hilft eine Matte mit griffiger Unterseite. Wenn du dagegen mit Händen oder Füßen auf der Matte rutschst, ist es ein anderes Problem — dann helfen Grip-Socken und ein Handtuch mit rutschfester Unterseite.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Wenn du Beschwerden an Rücken, Knien oder Gelenken hast, sprich vor dem Training mit deiner Ärztin oder deinem Arzt und weise deine Trainerin darauf hin.
Bereit für die Matte?
Kein Rutschen im Herabschauenden Hund, kein Nachjustieren zwischen den Übungen. Finde deine Größe und deine Farbe.
Im Beitrag erwähnt